Archive for November, 2013

29. November 2013

Praktische Philosophie, Philosophische Praxis und die Grenzen der Philosophie

Nach einer etwas längeren Pause möchte ich mich mich heute nicht mit einer genuin philosophischen Frage beschäftigen, sondern mit einer Frage über die Philosophie. Das ist streng genommen ja auch kein Bruch mit dem Vorhaben meines Blogs, da die Philosophie ja zu den Wissenschaften gehört, die sich selbst zu ihrem eigenen Gegenstand machen können. Der Anlass für meine Überlegung ist eine Ausgabe des Philosophie Magazins, die ich mir vor einem Monat für eine Bahnfahrt gekauft und nach ein paar Minuten des gelangweilten Herumblätterns seitdem ignoriert habe. Es liegt mir fern, hier eine Debatte über populärwissenschaftliche Veröffentlichungen und deren Existenzberechtigung anstoßen zu wollen – schließlich ist ja auch mein eigener Schritt ins Internet in Form eines Blogs nur auf der Basis des Erfolgs solcher Veröffentlichungen möglich. Trotzdem blutet mir das Herz, wenn ich lese, dass Svenja Flaßpöhler, stellvertretende Chefredakteurin des besagten Magazins, uns „fünf philosophische Tipps“ gibt, die uns helfen sollen, „(ein bisschen) freier“ zu werden. Aristoteles, Heidegger, Freud und Benjamin sollen uns durch 4 Handlungsschritte führen, die uns auf das große Finale vorbereiten:

Wenn Sie die Schritte 1 bis 4 erfolgreich durchlaufen haben, sind Sie so frei, wie Sie nur sein können. Sie haben Ihre Existenz radikal hinterfragt und das größte Hindernis Ihrer Freiheit – sich selbst – mit Erfolg überwunden. Ihr enges, kleines Dasein: Es liegt hinter Ihnen. Aus Ihrer Reißbrettexistenz, Ihrem Schablonendasein, ist ein Kunstwerk geworden, gestaltet nach Ihren Gesetzen. An diesem Punkt angelangt sind Sie bereit für die Kür. „Meine Lehre sagt: so leben, dass du wünschen musst, wieder zu leben, das ist die Aufgabe“, so heißt es in Friedrich Nietzsches Nachlass. Folgen Sie dieser Lehre blind und bedingungslos.

Ich kann an dieser Stelle nichts weiter tun, als zu sagen, dass mein Philosophieverständnis offensichtlich ein anderes ist als das von Frau Flaßpöhler. Was ich leider nicht kann, ist einen endgültigen Grund dafür ausfindig zu machen. Und deshalb kann ich mir nur noch meine eigene Verwirrung eingestehen und die Frage, die mich beschäftigt, an euch weitergeben: Kann, soll, darf und will die Philosophie uns wirklich Ratschläge geben? Und wenn ja: was macht diese dann zu philosophischen Ratschlägen?

Philosophy Masters

Blogging about philosophy, by a part-time student

Hörsaalspiele

Gesucht und gefunden

cspannagel, dunkelmunkel & friends

Wer Angst hat, dass ihm Ideen geklaut werden, der scheint nicht viele zu haben.

thinkingphilosopher

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tinegoesph

... oder wie ich Doktor Tine werde

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[hier bitte kreative Beschreibung einfügen]

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