Archive for Februar, 2014

21. Februar 2014

Warum überhaupt Philosophie? Und warum „Philosophie“?

Die Aufgabe, bei Menschen auf unterhaltsame und zugleich nicht anbiedernde Weise Sympathie für und Interesse an der akademischen Philosophie zu wecken, hat, wie ich finde, Simon Blackburn in einem Vortrag grandios gemeistert (Wer ein bisschen Zeit mitbringt und schon immer mal Anekdoten aus Blackburns leben hören wollte, findet den schon etwas älteren Vortrag hier).

Im Rahmen dieses ansonsten gelungenen Vortrags macht Blackburn den Vorschlag, den Begriff „Philosophie“ durch etwas anderes (sein englischsprachiger Vorschlag: „conceptual engineering“) zu ersetzen. Vorschläge dieser Art werden ja immer wieder mal gemacht, wahrscheinlich weil die gute alte „Liebe zur Weisheit“ etwas aus der Mode gekommen ist und neben den anderen, viel konkreteren Wissenschaften nicht mehr gerne gesehen ist.

Meine Vermutung ist ja, dass die „Liebe“ das Problem ist – und eigentlich scheint das ja auch ein vernünftiger Einwand zu sein. Doch gerade diese irrational anmutende Komponente halte ich für ein Markenzeichen der Philosophie. Damit meine ich nicht, dass Philosophie irrational ist. Aber ich glaube, dass Philosophie zu betreiben unter Umständen irrational ist. Zum methodischen Fingerabdruck der Philosophie gehören Bescheidenheit, Skepsis und damit immer auch eine kleine Portion Pessimismus. Wer mit der Philosophie nach dem Inhalt des Sinns des Lebens fragt, der kann möglicherweise zu dem Schluss kommen, dass es diesen Sinn nicht gibt; und wer mit der Philosophie über die Bedeutung gewisser Erkenntnisse nachdenkt, der läuft Gefahr, am Ende die Möglichkeit der Erkenntnis in Frage zu stellen. Der Vorwurf an eine solche Philosophie ist immer, man müsse sie ohnehin im Hörsaal zurücklassen. Doch ich bin überzeugt, dass man die Einsichten in die eigene Begrenztheit mit nach Hause nimmt. Damit wird man nicht unbedingt glücklich, aber eben klüger. Nicht weil es nützlich ist, sondern weil man es so will. Je nachdem, welchen Maßstab für Rationalität man anlegt, ist das nicht rational. Es ist eben Liebe zur Weisheit.

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